Übereifrige Korrekturleser

Nachdem ich mich vergangene Woche an dieser Stelle als ehemaliger Rockstar geoutet habe, traf eine Unzahl von Anfragen ein, wie denn nun der Name meiner Band war – wohl, um sofort beim Plattenhändler des Vertrauens gierig nach einem Tonträger zu geifern, hm? Also gut, die Band hieß Kampf den Dativ. Und mit diesem Namen schafften wir es seinerzeit sogar einmal auf die Veranstaltungsseite der „Presse“. Dumm nur, dass ein Korrekturleser damals den scheinbar falschen Akkusativ pflichtbewusst durch den dritten Fall ersetzte. . .

Ein Schreibfehler stand auch am Anfang der Grauenfruppe. Die vier Damen feiern heute in der Fleischerei mit ihrer Performance „Stifter Explosiv“ Premiere (7., Kircheng. 44, 20 Uhr). Ein weiterer Kandidat für übereifrige Korrektoren ist das Best-of-Programm der Kabarettgruppe Brennesseln. Vorsicht! Das Stück heißt wirklich In Spottes Namen! Zu sehen auf der Kleinkunstbühne Brennessel (8., Auerspergstr. 19, 19.30 Uhr). Und bitte nicht täuschen lassen: Wenn für 21 Uhr im Aera (1., Gonzagag. 11) Nicht King Kong im Veranstaltungskalender steht, ist die Frage: „Ja, wer dann?“, bitte schön, nicht angebracht.

Da lobt man sich die Dinge, die garantiert nicht falsch geschrieben oder für etwas anderes gehalten werden können. So wie Nana Moskouri, die um 20 Uhr im Großen Saal des Konzerthauses (3., Lothringerstr. 20) auftritt. Mal sehen, ob jemand bemerkt, dass man die weiße Rose aus Athen ja in Wirklichkeit Mouskouri schreibt. . .

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 30.11.2005)

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