Ruhe in der Inneren Stadt

Der letzte Tag. Morgen wird Ursula Stenzel als Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt angelobt. Und glaubt man ihren Versprechen, wird sich danach einiges tun. Oder besser gesagt, nicht mehr tun. Die „jugendliche Subkultur“ wird sich danach wohl neue Spielplätze abseits der City suchen müssen, „Haschleichen“ mögen sich bitte ebenfalls außerhalb der Bezirksgrenzen hinlegen. Und von den Musikern und Sängern am Graben wird wohl nur noch der Sound of Silence erklingen.

Nun, also wollen wir den Tag noch genießen und die Innere Stadt mit Leben erfüllen. Beginnen wir ganz unten mit der Führung Unbekanntes, unterirdisches Wien (Michaelerpl., 13.30 Uhr), einem Rundgang durch Keller und Ausgrabungsstätten. Dann arbeiten wir uns nach oben weiter – bis ganz nach oben. Bei einer Führung Über den Dächern Wiens schreien wir noch einmal lautstark vom Naturhistorischen Museum (Maria-Theresien-Str., 17 Uhr) in Richtung Hofburg. Danach bietet sich ein Besuch beim Punschstand Ihrer Wahl an, vielleicht beim Christkindlmarkt am Rathausplatz, wo schon Stille Nacht aus den Lautsprecherboxen dröhnt. Aufgewärmt wandern wir die Kärntner Straße in Richtung Stephansplatz entlang. Mal sehen, ob es den Pantomimen vor dem Haas Haus schon die Sprache verschlagen hat. . . Um 20 Uhr finden wir uns schließlich im Theater Drachengasse (Drachengasse 2) ein, wo ein Stück von Rupert Henning auf dem Programm steht. Titel: Die unterbliebenen Worte.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 21.12.2005)

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